"Panter, Tiger, Petronella"

Ein Abend, drei Teile. Lachen, schmunzeln, nachdenken, betroffen sein –wir haben ein abwechslungsreiches Programm erstellt und in einer kleinen, erfolgreichen Tournee ans Publikum gebracht.

 

„Panter, Tiger, Petronella“, hieß das Programm, mit dem wir quer durch das Münsterland unterwegs waren.  Peter Panter und Theobald Tiger waren zwei der Pseudonyme unter denen Kurt Tucholsky in den Jahren 1907 bis 1932 mehr als 3000 satirische, politische oder auch erotische Texte schrieb. „Petronella“ ist der Titel eines Liedes aus dem Nachlass Tucholskys.

 

Diese Texte von gestern aber sind alles andere als verstaubt. Im Gegenteil: Sie besitzen auch heute noch eine Aktualität, die erschreckend ist. Eine der Triebfedern für Tucholsky war es, den aufkommenden Rechtsextremismus in der Weimarer Republik zu bekämpfen. Er war „ein kleiner, dicker Berliner, der versuchte, mit seiner Schreibmaschine eine Katastrophe aufzuhalten“, schrieb Erich Kästner.

 

In den letzten drei Jahren seines Lebens verstummte Tucholsky zunehmend. „Mein Leben ist mir zu kostbar, mich unter einen Apfelbaum zu stellen und ihn zu bitten, Birnen zu produzieren. Ich nicht mehr. Ich habe mit diesem Land, dessen Sprache ich so wenig wie möglich spreche, nichts mehr zu schaffen. Möge es verrecken – möge es Rußland erobern – ich bin damit fertig.“ Deutschland war indessen fertig mit Tucholsky, seine Bücher wurden verbrannt.

 

 

Wir zeigen Kurt Tucholsky in dem in drei Teile gegliederten Abend von drei Seiten. Als Mann, der die Frauen liebte, als politischen Menschen, als radikalen Pazifisten. In den Texten und Szenen geht es mal satirisch-komisch, mal bitterernst zu.

 

Der schwer erkrankte Kurt Tucholsky starb 1935 an den Folgen einer Überdosierung von Schmerzmitteln.

 

Mit unserem Tucholsky-Abend möchten wir nicht nur seine Texte lebendig halten. Wir möchten deutlich machen, welche Relevanz die Texte auch und gerade wieder heute noch haben. Die Zuschauer erwartet eine bunte Revue aus einer Zeit, die so manche Parallelen zur unserer  heutigen Welt hatte.